Gerüchteweise zeichnete es sich bereits ab, nun ist es amtlich: Siemens zieht die Konsequenzen aus einer gesellschaftlichen Entwicklung, die sich mit der Katastrophe von Fukushima rasant beschleunigte. Wie bereits seit längerem auch von der Arbeitnehmerseite favorisiert, will das Unternehmen das Geschäft mit Atomkraftwerken endgültig aufgeben.
An der Spitze des Siemens Teams der IG Metall hat Anfang September ein Wechsel stattgefunden. Dieter Scheitor, bislang Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Siemens und Leiter des Teams, hat nach rund sechs Jahren in dieser Funktion nun die Passivphase der Altersteilzeit angetreten.
Siemens' Hauptwettbewerber General Electric gibt sich demonstrativ kämpferisch: Mit umfangreichen Investitionen, neuen MitarbeiterInnen und einer Image-Kampagne will man einen "Technologiekrieg" in Deutschland führen und den Umsatz innerhalb einiger Jahre verdoppeln, wie Landeschef Beccalli-Falco ankündigte.
55 Betriebsräte aus 30 Siemens-Standorten trafen sich am achten und neunten September in Berlin, um eine Zwischenbilanz der Einführung des Siemens Produktionssystems zu ziehen. Im Mittelpunkt des Workshops standen Erfahrungen, Konfliktfelder und Durchsetzungsstrategien.
... ist nach Einschätzung von Siemens-CEO Peter Löscher das reale industrielle Umfeld im Vergleich zur aktuellen Hysterie an den Finanzmärkten. Obwohl die positiven Aufholeffekte nach der vergangenen Wirtschaftskrise sich mittlerweile abschwächen, hat er einen guten Rat: "Wir sollten gelassen bleiben."
Wie jeden Herbst treffen sich Siemens-Betriebsräte und IG Metall-Vertreter auch in diesem Jahr zu einem Seminar in Gersfeld, um die aktuelle Position der Arbeitnehmerseite abzustecken. Im Fokus stehen dieses Mal der Unternehmensumbau, seine Bedeutung für die Beschäftigten und die damit verbundenen Anforderungen an die Interessenvertretung.
Die meisten berufstätigen Eltern kennen das leidige Problem: Kinderbetreuung ist oft nicht nur wegen mangelnder Plätze schwer zu finden, sondern obendrein meist auch noch eine ziemlich kostspielige Angelegenheit. Bei Siemens hat der Gesamtbetriebsrat erreicht, dass es bei diesen Kosten einen Zuschuss von der Firma gibt - ein Fortschritt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Siemens hat am Donnerstag die Zahlen des dritten Quartals veröffentlicht, die den durch behutsame Warnungen im Vorfeld gedämpften Erwartungen entsprechen. Während der Auftragseingang um 20 und der Umsatz um zwei Prozent wuchsen, sank der operative Gewinn vor allem durch Sonderbelastungen sowohl im Vergleich zum Vorjahr, als auch zum zweiten Quartal deutlich.
Im Juli 2009 schlossen der Gesamtbetriebsrat der Siemens AG und die Unternehmensseite eine Gesamtbetriebsvereinbarung zur Leiharbeit. Damit kamen die Betriebsräte und die IG Metall bei Deutschlands größtem privaten Arbeitgeber dem Ziel einen großen Schritt näher, die massive Benachteiligung der Betroffenen einzudämmen. Nach fast genau zwei Jahren ist klar: Die Mühe hat sich gelohnt.
Und wieder eine "Schlappe für die Ermittler" (FTD) in der in juristischen Aufarbeitung der Korruptionsaffäre: Das Verfahren gegen den früheren Zentralvorstand und Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger wird gegen die Auflage eingestellt, Spenden in Höhe von insgesamt 400.000 Euro an gemeinnützige Organisationen zu tätigen


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