Im Juli 2006 gliederte Siemens seinen COM-Bereich aus und suchte für die Einzelteile neue Strukturen. BenQ stürzte schnell ab, Nokia Siemens Networks begann einen steten Sinkflug. Die Siemens Enterprise Communications GmbH wurde zum Verkauf angeboten, 2008 übernahm die Gores Group die Mehrheit. Der Gesamtbetriebsrat blickt zum fünften Jahrestag auf den "Überlebenskampf" seit 2006 zurück.
Atos will nach der Umwandlung von Siemens IT Solutions and Services in seine neu gegründete Tochter Atos IT Solutions and Services deren Arbeitsbedingungen und die der Atos Information Technology GmbH zusammenführen. Aus Sicht der Arbeitnehmerseite ist das grundsätzlich kein Problem - für so etwas gibt es schließlich Tarifverträge.
- so lautet der Titel eines aktuellen Flugblattes, mit dem IG Metall und Betriebsräte die Beschäftigten bei Nokia Siemens Networks über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Gut sieht der nicht aus: Während Siemens und Nokia bekräftigen, keine weiteren Investitionen für ihr Joint Venture vorzusehen, steht dort das ganze Ausmaß des Kahlschlags noch gar fest.
Im Sommer 2011 gelang es dem Siemens-Gesamtbetriebsrat, in der Gesamtbetriebsvereinbarung "Steuerfreier Kinderbetreuungszuschuss" die finanzielle Unterstützung von bei Siemens beschäftigten Eltern festzuschreiben. Der unbestreitbare Fortschritt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat allerdings einen Schönheitsfehler: Die zahlreichen Siemens-Töchter gehen leer aus.
Am Mittwoch wurde bekannt, dass Nokia Siemens Networks weltweit rund 17.000 Arbeitsplätze abbauen will. Die IG Metall geht davon aus, dass auch in Deutschland nach bereits 5.000 früher gestrichenen Stellen erneut tausende Arbeitsplätze betroffen sein können. Darüber hinaus sind weitere "Portfoliobereinigungen" im Gespräch.
An der Spitze der Region Deutschland der früheren Siemens-Sparte Enterprise Communications findet ein Wechsel statt. Der bisherige General Manager Stefan Herrlich verlässt das Unternehmen; für ihn kommt Martin Kinne, der bereits zu Beginn des Jahres Hewlett Packard verließ.
Drei Jahre nach dem Verkauf an Arques, etlichen Auseinandersetzungen und Veränderungen sowie einer radikalen Neuausrichtung der neuen Eigentümerin hat sich die ehemalige Telefonsparte von Siemens endgültig von der früheren Mutter gelöst. Nun macht Gigaset dies auch nach außen deutlich und tritt ohne 'Siemens' im Namen auf.
Nokia und Siemens wollen ihrem Joint Venture zusammen eine Milliarde Euro neues Kapital zur Verfügung stellen, eine schlüssige Folge ihrer Entscheidung vom Juli, keine neuen Investoren ins Boot zu holen. IG Metall und Gesamtbetriebsrat hatten dazu für NSN die Möglichkeit gefordert, seine Zukunft aus eigener Kraft gestalten.
Vor drei Jahren begann ein harter Konflikt bei der damaligen Siemens-Tochter mdexx in Bremen. Schnell folgte der Verkauf an einen Investor, der sofort das Gesundschrumpfen begann. Seitdem geht es rund - mit Stellenabbau, Arbeitskampf, Einigungsansätzen, Verlagerung und wirren Umzugsplänen. Jetzt kommt noch schwer nachvollziehbares Justizgebaren hinzu.
"In Anbetracht des hochvolatilen Umfeldes an den Kapitalmärkten und möglicher Wirkungen auf das Branchenumfeld soll Osram später an die Börse gebracht werden" - mit diesem Statement hat Siemens am Mittwoch zunehmende Gerüchte bestätigt, dass der Börsengang von Osram nicht wie vorgesehen im Herbst stattfinden wird.

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