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Die beiden seit Montag in einem französischen Siemens VAI-Werk durch aufgebrachte Beschäftigte festgesetzten Manager sind seit Dienstag Abend wieder frei. Bedingung war die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen; diese haben am Mittwoch morgen auf dem 'neutralen Boden' der örtlichen Prefektur begonnen.
Freilassung nach knapp 30 Stunden
Personalchefin Annie Bobinet sowie Verwaltungs- und Finanzchef Christian Paris waren Montagnachmittag in einem Büro des Werks in Saint-Chamond festgesetzt worden. Am Dienstagabend konnten sie das Gebäude wieder verlassen, nachdem sich die Unternehmensleitung zur Wiederaufnahme der Verhandlungen bereiterklärt hatte. Am heutigen Mittwoch sollen die Gespräche fortgeführt werden, wie der Frankreich-Chef von Siemens VAI Metals Technologies,
Bernhard Fonseka, gegenüber den französischen Medien bestätigte.
Verhandlungen wieder aufgenommen
Französischen Gewerkschaften zufolge hat Fonseka zugestimmt, nochmals über mehrere Forderungen der Beschäftigten zu verhandeln. Fonseka war 1995 von Barmag zu Siemens gekommen, nach mehreren Stationen 2007 CFO von Siemens VAI MT France und 2009 schließlich ebenfalls dort CEO geworden. Bei den Verhandlungen muss er sich nun erneut mit der Höhe der Abfindungen und der Anzahl der verbleibenden Arbeitsplätze auseinandersetzen. Außerdem kommt jetzt die Forderung nach einer Zusicherung hinzu, von juristischer Verfolgung der Beschäftigten Abstand zu nehmen, die am Festsetzen der Manager beteiligt waren.
Standortfrage neu gestellt
Darüber hinaus werden die Arbeitnehmervertreter wohl zumindest versuchen, auch die Frage wieder zur Sprache zu bringen, ob die komplette Schließung des Werks in St. Chamond nicht doch noch angewendet werden kann. Das Siemens-Management sei zwar entschlossen, künftig nur noch den nahegelegenen Schwesterbetrieb in Montbrison erhalten, bestätigte Jean-Jacques Servanton von der Gewerkschaft Confédération française démocratique du travail (
CFDT) am Mittwoch. Dennoch werde man das Thema erneut ansprechen, denn: "Nach einem Schock trifft man zuweilen auf größere Verhandlungsbereitschaft."



