21.03.2017/ HR
Solidarität gegen Unternehmenswillkür
zum Download:
Soli_Knorr-Bremse.pdf

Die Nachricht ging durch viele Medien: Bei Knorr-Bremse plant die Geschäftsführung radikale Einschnitte auf Kosten der Beschäftigten. Neben der IG Metall sprechen sich auch zahlreiche betriebliche Interessenvertretungen gegen die Pläne aus, darunter der Gesamt- und der Konzernbetriebsrat von Siemens.

Protest in Berlin (Foto: Christian v. Polentz / transitfoto.de)

Knorr-Bremse beabsichtigt eine unternehmensweite "Anpassung" der Arbeitszeit auf dann 42 Stunden pro Woche. Davon betroffen sind sämtliche Töchter der Gruppe, unter anderem die Knorr-Bremse PowerTech GmbH und die Hasse & Wrede GmbH in Berlin.

Auf seinen Internet-Seiten wertschätzt der Konzern seine Mitarbeiter vollmundig als "Eckpfeiler unseres Erfolgs" und bezeichnet Fairness als "Basis für unsere Zusammenarbeit". In der Realität sieht es indes weniger rosig aus: Der Konzern scheint die Sozialpartnerschaft durch Tarifflucht und eine radikale Verschlechterung der Arbeitsbedingungen aufkündigen zu wollen.

In Berlin sollen konkret rund 350 PowerTech-Beschäftigte ohne rechtliche Grundlage und ohne Lohnausgleich schon im April 2017 statt der grundsätzlich vereinbarten 35 Stunden 42 arbeiten – faktisch eine Entgeltkürzung von 20 Prozent. Da das Unternehmen noch bis Ende 2017 tarifgebunden ist, wird aktuell unter anderem in Einzelgesprächen Druck auf die Beschäftigten erzeugt.

Bei Hasse & Wrede soll die komplette Fertigung zur Gewinnmaximierung nach Tschechien verlagert werden; betroffen sind hier etwa 130 Stammbeschäftigte sowie rund 30 Leiharbeitnehmer_innen. Die dadurch frei werdenden Hallen sollen wiederum nach einem entsprechenden Umzug 2018 durch Knorr-Bremse Powertech genutzt werden.

Per Solidaritätsbekundung (siehe PDF im Download) können Interessenvertretungen und Belegschaften anderer Betriebe die Betroffenen bei Knorr-Bremse PowerTech und Hasse Wrede unterstützen. Gesamt- und Konzernbetriebsrat der Siemens AG haben dies bereits getan und sagen gemeinsam mit der Berliner IG Metall NEIN zu derartigem Vorgehen:

"Dies hat mit moderner Unternehmensführung nichts zu tun. Die Entscheidungen des Konzerns erinnern vielmehr an Vorgänge aus der Steinzeit des Kapitalismus. Wir sagen klar NEIN zu den skandalösen Vorhaben von Stellenabbau und Arbeitszeitverlängerung und erklären Euch daher unsere uneingeschränkte Solidarität bei eurem Ringen um alternative Lösungen in eurem Betrieb! Wir fordern den Vorstand der Knorr-Bremse AG auf, die Tarifbindung für Knorr-Bremse Powertech auch über das Jahr 2017 zu erhalten und den geplanten Stellenabbau bei Hasse & Wrede zurückzunehmen."


» Bericht der IG Metall Bayern zu einer gemeinsamen Resolution der betroffenen IG Metall-Geschäftsstellen


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