28.04.2017/ SD
Fürth vor schweren Zeiten?

Bei Siemens DF in Fürth bereitet die geringe Auslastung Beschäftigten und Betriebsräten Kopfzerbrechen. Der Vertrauenskörper berichtet in einer aktuellen Info von Sorgen um die Zukunft des Standorts und appelliert zur Geschlossenheit.

Wachsam und aktionsbereit: der Fürther Vertrauenskörper.

"Wie geht es weiter mit Siemens in Fürth?" Unter diesem Titel veröffentlicht der Fürther IG Metall-Vertrauenskörper eine Nachbetrachtung zur Betriebsversammlung am sechsten April (siehe Aufgemerkt_2017_02.pdf).

Der Standort wird demnach durch Auslastungsprobleme und deren Konsequenzen belastet; eine ernste Folge ist das kurz vor der Betriebsversammlung verkündete baldige Ende des Container-Geschäfts. Die IG Metall-Vertrauensleute haben angesichts dieser Lage unter anderem mit einem Flugblatt die klare Botschaft verbreitet: "WIR sorgen uns um den Standort Fürth". Setzt sich die negative Entwicklung insgesamt fort, so heißt es darin, "stellt sich die Frage nach der Zukunft des Standorts Fürth".

Unter diesen Vorzeichen war die Betriebsversammlung erwartungsgemäß sehr gut besucht. Der Betriebsrat stellt die aktuelle Situation dar und forderte unter anderem eine schlüssige Standortstrategie. Vertrauenskörperleiter Andreas Kupfer und Reiner Gehring, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Westmittelfranken, betonten, dass nur mit einer hohen Organisation und großer Aktionsbereitschaft der Belegschaft etwas bei Siemens bewirkt werden kann. Gehring der Geschäftsleitung grundsätzliche Unterstützung bei der Sicherung der Arbeitsplätze an; in einer IG Metall-Mitgliederversammlung sollen weitere Aspekte diskutiert werden.

Die Betriebsleitung sah sich in ihrem Bericht mit etlichen Fragen der Beschäftigten konfrontiert, welche die große Sorge um die Zukunft des Standorts unterstrichen. Konkrete Antworten darauf gab es nicht, generell sieht die Geschäftsführung jedoch in Industrie 4.0 und Digitalisierung durchaus Chancen für Fürth.

Harald Kern, Vorsitzender des Europa-Betriebsrats und und Aufsichtsratsmitglied, betonte ebenfalls die Auffassung, dass der Standort sein grundsätzlich vorhandenes Potenzial ausschöpfen muss – dabei ist auch das Mitwirken der Beschäftigten ein wesentlicher Faktor. Sollten in diesem Zusammenhang Aktionen nötig werden, sicherte Kern schon jetzt solidarische Unterstützung der Nürnberger Siemensianer_innen zu.

Abschließend appellieren die Fürther Vertrauensleute zu Geschlossenheit, um den Herausforderungen zu begegnen. Dazu gehört auch eine solide IG Metall-Basis im Betrieb: "Es können schwere Zeiten auf uns zukommen. Bitte beteiligt Euch am Einsatz für unsere Arbeitsplätze!"


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