06.03.2018/ SD
Zukunftspakt für Healthineers

Siemens hat am 5. März den Termin für den Healthineers-Börsengang präzisiert. Nachdem sich Betriebsräte und IG Metall bereits erfolgreich für einen IPO in Deutschland eingesetzt hatten, haben sie Ende Februar auch einen Zukunftspakt zur Standort- und Beschäftigungssicherung mit dem Unternehmen vereinbart.

Im Wesentlichen legt diese Vereinbarung die Übernahme der bei Siemens geltenden Standort- und Beschäftigungssicherung "Radolfzell" fest. Healthineers bekennt sich in diesem Zusammenhang uneingeschränkt zur Tarifbindung und den jeweils regional geltenden Tarifverträgen. Die Standorte Erlangen N, Forchheim, Kemnath, Rudolstadt, und Berlin werden weder geschlossen, noch verlagert, für Marburg, Eschborn und Duisburg soll dasselbe geregelt werden. Das Vertriebs- und Servicegeschäft bleibt in der Fläche erhalten.

Analog zu „Radolfzell“ sind betriebsbedingte Kündigungen generell ausgeschlossen. Außerdem wird SHC regelmäßig mit der Arbeitnehmerseite über Innovationen und Investitionen beraten, auf Standortebene ist das jeweilige Management verpflichtet, mit dem Betriebsrat umfassend über örtliche Planungen zu beraten.

Aktuelle Headquarter und Kernkompetenzen in Deutschland werden nicht verlagert. Für mindestens 3 Jahre bleiben auch so genannte „Lead Factory“-Funktionen erhalten, etwaige spätere Veränderungen sind mit den zuständigen Arbeitnehmervertretern zu beraten. Mittel dafür sowie für die nötigen F&E-Aktivitäten werden bereitgestellt.

SHC betont seinen Willen, die aktuellen Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten und auszubauen. Mit diesem Ziel soll eine flächendeckende, transparente Personalplanung mit Nutzung eines Kompetenzmanagements erfolgen.

Bilateral haben SHC und der Gesamtbetriebsrat unter anderem verabredet, in der Personalplanung eng zusammenzuarbeiten. Weitere Aspekte auf betrieblicher Ebene sind ein vom Unternehmen subventioniertes Aktienprogramm sowie das Ziel einer ausgewogenen und konstruktiven Führungskultur.

Mit Blick auf die Zukunftssicherung unterstreicht SHC die Bedeutung qualifizierten und motivierten Nachwuchses und garantiert daher, mindestens 125 bis 145 Auszubildende pro Ausbildungsjahr in Deutschland auszubilden.

Dorothea Simon, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates sowie Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG und der Siemens Healthcare GmbH, bewertet den Zukunftspakt positiv: "Damit übertragen wir die in der Siemens AG erreichten Sicherheiten für die Arbeitnehmerseite auf die Healthineers und schaffen gute Voraussetzungen dafür, dass der Börsengang weder jetzt noch künftig zu Lasten der Beschäftigungsbedingungen geht."


» Ein Flugblatt zum Zukunftpakt bei Healthineers geht den Standorten derzeit zu. Als PDF kann man es obigen Link herunterladen.


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