20.04.2018/ SD
Gamesa-Abbau Rückschlag für Windindustrie

In der Auseinandersetzung um den geplanten Stellenabbau bei Siemens Gamesa konnten die Betriebsräte das Schlimmste verhindern. Ein herber Rückschlag für die Windenergie ist der Einschnitt dennoch.

Wie die IG Metall Küste am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt gab, haben die Betriebsräte der früheren Siemens-Windpower einiges erreichen können. Der Betriebsratsvorsitzende Thomas Ahme verwies auf eine Obergrenze des Abbaus von 213 Stellen und erklärte, es bleibe bis Ende November 2019 Zeit für die Umsetzung. Der entsprechende Sozialplan ist gut ausgestattet, und: "Wir wollen weiter verhindern, dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kommt."

Industriepolitisch ist der Einschnitt bei Gamesa dennoch kritisch zu sehen, betonte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste: "Die Betriebsräte haben in den Verhandlungen mit dem Unternehmen einen Kahlschlag verhindert und viel für die betroffenen Beschäftigen herausgeholt. Trotzdem gehen weitere Arbeitsplätze und damit wichtiges Know-how in der Branche verloren. Die Unternehmen der Windindustrie haben seit Anfang vergangenen Jahres bereits über 2.000 Stellen gestrichen."

Geiken fordert vor diesem Hintergrund von der Bundesregierung, den Ausbau der Windenergie voranzutreiben: "Im Koalitionsvertrag gibt es dazu richtige Ansätze wie Sonderausschreibungen. Diese müssen jetzt schnell umgesetzt werden. Anders ist das Ziel, den Anteil der der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen, nicht zu erreichen."


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