06.08.2018/ JP
Mobility-Betriebsräte wählen einen Gesamtbetriebsrat

Am 1. August ist Siemens Mobility in die Siemens Mobility GmbH übergegangen. Einen Tag später haben Betriebsrätinnen und Betriebsräte aller Mobility-Standorte einen Gesamtbetriebsrat konstituiert und Bettina Haller zu ihrer GBR-Vorsitzenden gewählt.

Bettina Haller, GBR-Vorsitzende der Siemens Mobility GmbH

Die Ausgliederung der Siemens Mobility GmbH aus der Siemens AG ist ein juristischer Zwischenschritt. Ab Anfang 2019 soll die Siemens Mobility GmbH Bestandteil der an der Pariser Börse notierten Siemens Alstom S.A. werden. An dieser Gesellschaft wird die Siemens AG eine Mehrheit der Aktien halten. Deshalb war die Wahl eines Gesamtbetriebsrats geboten; gewählt von den Interessenvertretungen der Mobility GmbH und den Niederlassungen. Dafür sind Betriebsräte und Betriebsrätinnen von allen deutschen Standorten in das Mobility-Werk in Berlin-Neukölln gereist und haben gestern einstimmig ihren neuen Gesamtbetriebsrat bestimmt. Dieser soll auch in der Siemens Alstom S.A. die Interessen der in Deutschland Beschäftigten vertreten.

Bettina Haller zur Vorsitzenden gewählt

Die einstimmige Wahl zur GBR-Vorsitzenden fiel auf Bettina Haller, die seit 1994 Mitglied des Gesamtbetriebsrats der Siemens AG, seit 2008 Vorsitzende des Siemens-Konzernbetriebsrats und stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Siemens Mobility in Berlin-Neukölln ist. Als ihren Stellvertreter wählten sie Klaus Weber aus München. Der geschäftsführende Ausschuss besteht künftig außerdem aus Walter Brandl (München), Torsten Kaminski (Braunschweig), Dieter Pelzer (Köln), Christian Pfeifer (Erlangen), Friedrich Sagert (Wegberg), Florian Stremme (Nürnberg) und Heinz Spoerk (Krefeld).

„Die Delegierten haben alle Mitglieder in einer angenehmen, kollegialen Atmosphäre gewählt in der Absicht, die Interessen aller Beschäftigten gemeinsam zu vertreten. Damit haben wir ein schlagkräftiges Gremium zusammen, um die Interessen der Beschäftigten gut zu wahren“, sagte Bettina Haller nach ihrer Wahl zur Gesamtbetriebsratsvorsitzenden. Auf den Gesamtbetriebsrat kommen durch die geplante Fusion wichtige Aufgaben zu. So muss sichergestellt werden, dass die Fusion die Standorte in Deutschland, Frankreich und den anderen europäischen Standorten stärkt und die Beschäftigten absichert.

Wirtschaftliche Lage und Ausblick

Bisher sind die Aussichten gut: Die Auftragsbücher sind voll, in Berlin und Braunschweig entstehen bei Siemens Mobility neue Arbeitsplätze. Insofern geht der Betriebsübergang einher mit vielen Aufträgen. „Die sehr geringe Widerspruchsquote beim Betriebsübergang zeigt, dass die Beschäftigten der Geschäftsführung einen Vertrauensvorschuss einräumen. Den müssen sie aber auch einlösen“, sagte Bettina Haller.

Die Beschäftigten der Mobility haben eine hohe Identifikation mit ihrer Arbeit für den Kunden, egal ob das die Bahn oder die Straßenverkehrstechnik ist, egal an welchem Standort und in welcher Funktion. „Natürlich gibt es Befürchtungen und Sorgen, die sowohl aus den noch offenen Themen mit den Kartellbehörden zur geplanten Fusion mit Alstom resultieren, als auch aus den angekündigten geplanten Synergien, von denen noch niemand genau weiß, wie sie realisiert werden sollen“, fügte Bettina Haller hinzu. Genau darauf werde der neue Gesamtbetriebsrat aber ein Auge haben.


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